Meine zwei Online-Broker

Die Auswahl des Depots oder des Brokers, bei dem man Aktien kauft, ist sehr wichtig. Denn ohne geht es nicht. Wie findet man aber den Richtigen für sich? Meine zwei Empfehlungen gibt es ganz unten.

Den richtigen Broker finden

Theoretisch dürfte man bei unbegrenzt vielen Brokern ein Depot eröffnen und sie auf Herz und Nieren testen. Leider ist jedoch jeder Aktienkauf und -verkauf mit Transaktionsgebühren verbunden, und Transaktionsgebühren der Broker sind einer der bekanntesten Rendite-Killer. Deshalb will man normalerweise nicht viel wechseln und sich direkt gut aufgehoben fühlen.

Um den richtigen Broker zu finden, gibt es viel zu beachten. Foto: Antranias/Pixabay.com

Um den richtigen Broker zu finden, gibt es viel zu beachten. Foto: Antranias/Pixabay.com

Um den richtigen Broker zu finden, kann man auf unterschiedliche Weise vorgehen. Man kann Empfehlungen von Freunden und Bekannten folgen, die bereits Erfahrung gesammelt haben. Wenn man selbst auf die Suche geht, so wie ich, informiert man sich am besten im Internet.

Wichtig ist es, zu wissen, was man wie handeln möchte, denn es gibt eine Fülle von unterschiedlichen Finanzprodukten, die man an der Börse handeln kann. Auf meinem Blog geht es hauptsächlich um Einzelaktien und ETFs, sowie um einmal getätigte Käufe und Sparpläne. Unten auf dieser Seite findest du also meine Brokertipps, die genau darauf angepasst sind.

Wie viel kosten Broker?

Jeder Broker ist etwas anders und so unterscheiden sich auch die Preise. Das, was bei dem einen kostenlos ist, kann bei einem anderen bares Geld kosten. Einer verlangt vielleicht Kontoführungsgebühren, ein anderer nicht, um ein sehr einfaches Beispiel zu nennen. Es lohnt sich deshalb immer, einen Blick in das “Preis- und Leistungsverzeichnis” (das heißt bei fast jeder Bank so) zu werfen und sich die Leistungen und Preise dazu selbst einmal anzusehen.

Transaktionsgebühren sind Gebühren, die die Bank für die “Ausführung der Order”, also für den Kauf und auch den Verkauf von Wertpapieren verlangt. Man sollte beim Kauf also bereits den Verkauf im Kopf haben. Die Transaktionsgebühren setzen sich zusammen aus dem “Grundpreis”, dem “Provisionssatz”, der “Mindestgebühr” und der “Höchstgebühr”. Für den Einsteiger, der seine 500 Euro investieren möchte, zählt eigentlich nur die Mindestgebühr, denn er investiert meist noch zu wenig, als das die Grundgebühr plus der Provisionssatz über der Mindestgebühr liegen könnte, wo die Preise dann variabler sind und eher dem entsprechen, was man tatsächlich investiert. Stattdessen muss der normale Kleinanleger immer die relativ pauschale Mindestgebühr berappen.

Kenne die Preise vorher, damit es keine böse Überraschung gibt. Foto: Free-Photos/Pixabay.com

Kenne die Preise vorher, damit es keine böse Überraschung gibt. Foto: Free-Photos/Pixabay.com

Heißt, auch wenn ich nur EINE Aktie für vielleicht 30 Euro kaufe, würde die Mindestgebühr von teils fünf bis zehn Euro greifen. Ohne Frage ist so etwas extrem unwirtschaftlich und deshalb glauben viele, man müsse bereits reich sein, bevor man an der Börse investieren kann. Das stimmt aber so nicht, wenn man etwas taktischer an die Sache herangeht und sich beispielsweise unterschiedliche Broker mit jeweils günstigeren Preisen für ein bestimmtes Anliegen aussucht. Beispielsweise eignet sich comdirect aufgrund der Preisstruktur wunderbar für Sparpläne, während DEGIRO sehr günstige Preise für den Kauf von Einzelaktien bietet, aber dazu gleich mehr.

Generell lässt sich aber sagen, dass Direktbanken im Internet immer günstiger sind, als wenn man bei der Hausbank um die Ecke anfängt, mit Aktien zu handeln. Der Grund ist einfach: Direktbanken haben keine Filialen und deshalb deutlich weniger Kosten für Miete und Angestellte.

Was gibt es bei den Steuern zu beachten?

Broker in Deutschland kommunizieren automatisch mit dem Fiskus und stellen alle erforderlichen Dokumente für das Finanzamt automatisch aus, die man sich dann runterladen und in die Steuererklärung übertragen kann, falls man eine macht. Das sollte man aber eh tun und spätestens, wenn man investiert. Auch als Angestellte oder Angestellter. Deutsche Broker führen steuern, die anfallen, sofort ab. Sie kümmern sich um vieles mehr und machen auf vieles aufmerksam, falls man sich um etwas kümmern müsste.

Besonders eine Sache sollte man aber selbst einstellen, nämlich den “Freistellungsauftrag”. Denn derzeit (2018) hat man einen Steuerfreibetrag von 801 Euro jährlich (1602 Euro als Ehepaar), für den man keine Steuern auf Kapitalerträge zu bezahlen braucht. Man nennt diesen Freibetrag auch "Sparerpauschbetrag". Broker handhaben das unterschiedlich, manche verlangen ein Schreiben, bei anderen stellt man den Freibetrag auf der Plattform ein, meistens muss man dafür jedoch selbst handeln.

Broker im Ausland kommunizieren nicht mit dem deutschen Finanzamt. Eine Steuererklärung ist deshalb zwingend erforderlich. Der Vorteil ist, dass man die Steuern aufschieben kann und sie erst im nächsten Jahr nach der nächsten Steuererklärung bezahlt. Man hat also selbst länger das Geld und kann länger damit arbeiten.

Meine Broker-Tipps: comdirect und DEGIRO

comdirect

Kommen wir zurück zu dem Punkt, den Broker für ein bestimmtes Anliegen auszuwählen. Natürlich will man nicht bei endlos vielen Brokern ein Depot haben, denn mit jedem Konto steigt auch wieder der Verwaltungsaufwand. Es spricht aber nichts dagegen, sich ein weiteres Depot einzurichten, wenn man dadurch preisliche Vorteile genießt oder eine andere Direktbank zusätzliche Funktionen bietet, die eine andere nicht hat.

comdirect* ist bei Weitem nicht der günstigste Broker, doch er bietet die äußerst komfortable Funktion der Sparpläne und er ist, was die Vielzahl dieser angeht, sehr gut bestückt. Es gibt auch immer wieder einige Aktions-ETFs, bei denen man zwischenzeitlich überhaupt keine Transaktionsgebühren bezahlt, danach treffe ich aber überhaupt nicht mehr meine Investitionsentscheidungen.

Man wählt eine Sparrate ab 25 Euro monatlich und bezahlt darauf 1,5 Prozent. Bei 25 Euro sind das monatlich 37 Cent, die durch meine Dividendenstrategie bereits nach vier Monaten gedeckt werden. Das lasse ich mir den Komfort kosten, Investitionen automatisch nach festgelegten Terminen zu tätigen, ohne darüber nachdenken zu müssen, wie der Kurs gerade steht und ob denn gerade der richtige Zeitpunkt ist. Für einzelne Käufe außerhalb von Sparplänen würde ich comdirect nicht benutzen, dafür ist es mir zu teuer.

Für eine Anleitung, wie man bei comdirect einen Sparplan anlegt, schau dir das obenstehende Video an.

Zum Preisverzeichnis von comdirect.


DEGIRO

DEGIRO* ist das komplette Gegenteil und deshalb meine Wahl für alle Käufe, die außerhalb von Sparplänen passieren, denn Sparpläne sind bei DEGIRO zumindest noch nicht möglich. Es ist ein niederländischer Broker und der günstigste in Europa, den ich kenne. Doch Vorsicht, hier kostet der Kauf über verschiedene Börsen nicht gleich viel. An US-Börsen kommen Gebühren von um die 50 Cent (+Provision) auf mich zu, während es an der deutschen Xetra 2 Euro (+Provision) sind. Dafür kosten die von uns ohnehin weniger verwendete Börsen, wie die in Australien oder Griechenland, 10 und mehr Euro.

Bei DEGIRO bekommt auch der Kleinanleger Großhandelspreise. Eine jährliche Gebühr für das Konto gibt es nicht, jedoch werden 2,50 Euro pro ausländischem (von den Niederlanden aus) Börsenplatz pro Jahr berechnet, an dem Wertpapiere gehandelt oder gehalten werden. Diese Gebühr ist etwas versteckt und sollte beachtet werden, wenn man auf vielen unterschiedlichen Handelsplätzen unterwegs ist. Hier kann man unter der Seite “Erhebt DEGIRO Fixgebühren?” mehr darüber lesen.

Da DEGIRO ein ausländischer Broker ist, muss man die Gewinne selbst in einer Steuererklärung angeben, ein Freistellungsauftrag ist also nicht nötig und deshalb auch nicht möglich. Denn wenn die Kapitalerträge insgesamt unter 801 (bzw. 1602) Euro bleiben, erhebt das Finanzamt nachträglich keine Steuern darauf.

DEGIRO ist vielleicht nicht so bunt und grafisch aufbereitet wie andere Broker, dafür zahlt man aber auch die günstigeren Preise. Für ausführliche Infos über meine Erfahrungen mit DEGIRO schau dir diesen Beitrag oder das Video oben an.

DEGIRO ist keine Bank, sondern ein Investmentunternehmen. Das ändert an den eigenen Investitionen wie Aktien oder ETFs gar nichts, denn Wertpapiere sind ohnehin Sondervermögen und in jedem Fall unabhängig vom Broker, bei dem sie verwahrt sind. Bei DEGIRO ist lediglich anders, dass das nicht direkt angelegte Geld in einem qualifizierten Geldmarktfonds aufbewahrt wird, weil niederländische Investmentgesellschaften kein Geld vom Kunden halten dürfen.

Zwei Vorteile ergeben sich dadurch für den Investor: Das (wahrscheinlich noch) nicht investierte Geld wird dadurch erstens getrennt von DEGIRO aufgehoben und gilt zweitens durch die Anlage in den Geldmarktfonds automatisch als Sondervermögen. So greift zwar nicht die deutsche Einlagensicherung von 100.000 Euro – durch das Halten als Sondervermögen in Geldmarktfonds, die auch von Pensionsfonds genutzt werden, um es sicher aufzubewahren, ist das Geld jedoch mindestens genau so sicher wie bei einem typischen deutschen Bankkonto.

Zum Preisverzeichnis von DEGIRO

Das sind meine Broker, die ich selbst für die beschriebenen Zwecke nutze und die ihren Zweck für mich bisher sehr gut erfüllt haben. Weitere benutze auch ich derzeit nicht. Wenn du dich für einen der beiden Broker interessierst und ein Konto eröffnen möchtest, freue ich mich natürlich, wenn du meinen Link dafür verwendest, dadurch entstehen dir keine Nachteile, aber ich bekomme eine Provision.


Meine Top 2 Broker-Empfehlungen

comdirect

Die comdirect bank AG ist Marktführer unter den Online-Brokern Deutschlands und die führende Direktbank für moderne Anleger.

  • Der Marktführer unter deutschen Online-Brokern

  • Deutsche Einlagensicherung (100.000 Euro)

  • Perfekt für ETF- und Aktien-Sparpläne

  • Nicht vorteilhaft bei kleinen Käufen

DEGIRO

Bei dem niederländischen DEGIRO betreibt auch der Privatanleger Wertpapierhandel zu Großhandelspreisen auf allen Märkten.

  • Günstigster Broker in Europa

  • Investiertes und nicht investiertes Geld gilt als Sondervermögen

  • Perfekt für kleine Käufe und Nachkäufe

  • Sparpläne sind nicht möglich

 

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