Xylem: Dividenden mit Wasser-Aktien verdienen

Mein letzter Beitrag über eine Öko-Dividendenaktie (NextEra Energy) ist gut angekommen, deshalb dachte ich, warum nicht noch ein Unternehmen vorstellen, dass aktiv daran arbeitet, zukünftige Schlüsselprobleme der Menschheit zu lösen. Heute geht es um Xylem (A1JMBU), ein Unternehmen, dass die Welt und auch die Entwicklungsländer, die es in der Hinsicht manchmal wirklich nicht leicht haben, mit Wasser versorgt.

Inspiriert wurde ich durch die Fortune Change the World Liste, in der Unternehmen enthalten sind, die aktuell die Welt zum Guten verändern. Xylem ist übrigens auf Englisch wie auf Deutsch das Holzgewebe von Pflanzen, welches das Wasser vom Boden bis in die Blätter bringt. Eine schöne Analogie.

Xylem hat ein globales Kundennetzwerk. 46% kommen aus den USA, 28% aus Europa, 13% aus Asien Pazifik. Insgesamt werden in 150 Ländern unter anderem Analysegeräte, Wasserregler, Pumpstationen, Ventile, Wärmetauscher sowie Steuerungs- und Filtertechnik vertrieben. Die Kunden von Xylem kommen aus der Industrie, der Landwirtschaft und der Gebäudetechnik. Aber auch Kommunen spielen eine große Rolle als Käufer der Produkte.

Mit 12 Mrd. Euro Marktkapitalisierung ist es ein ziemlich großer Fisch in der Branche und deshalb auch Teil meiner Nachhaltigen-Dividenden-Serie, falls es denn eine richtige Serie wird.

Zur Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit muss nicht bedeuten, dass man sich darüber streitet, ob der Klimawandel echt oder Fake ist, wer daran Schuld ist, ob es klüger ist, mit dem Auto oder den Öffis in die Stadt zu fahren, oder ob es tatsächlich mehr CO2 spart, wenn man sich die Sachen nach Hause bestellt.

Lieferdienste können übrigens sehr klimaneutral sein. Besonders hier in Berlin sind viele davon auf dem Fahrrad unterwegs. Vielleicht gibt es von denen ja auch Aktien …

Nein, bei Xylem muss man sich nicht streiten, ob es Sinn macht und wie nachhaltig es ist, denn es geht um Wasser. Und ohne Wasser geht gar nichts. Und selbst ohne Klimawandel gibt es auf der Welt Gegenden, in denen Wasser knapp ist.

Sauberes Wasser wird immer gebraucht. Es ist das Elixier des Lebens.

Xylems Mission

Die Mission der Firma lautet auf Englisch, "to solve water". Auf Deutsch hieße das frei übersetzt, Wasserprobleme zu lösen.

Das Unternehmen hat die Technik und das Know-how, sauberes Wasser dorthin zu transportieren, wo es gebraucht wird, dreckiges Wasser abzutransportieren und es zu reinigen. Und das in den verschiedensten Maßstäben. Von der Versorgung von Laboren bis hin zu Städten in Regionen mit Wasserknappheit.

Xylem kann auch Städten helfen, mit Überschwemmungen und anderen akuten Wasserproblemen klar zu kommen. Und in Entwicklungsländern unterstützt die intelligente Infrastruktur dabei, hohe Verluste von Teils bis zu 60% beim Wassertransport zu reduzieren.

Wasser wird durch Druckrohre dorthin gebracht, wo es gebraucht wird

Wasser wird durch Druckrohre dorthin gebracht, wo es gebraucht wird

Die Analyse

Das Unternehmen wurde ursprünglich vom Mischkonzern ITT abgespalten und macht inzwischen knapp doppelt so viel Umsatz wie sein Mutterkonzern.

Die Dividendenrendite beträgt 1,2%, die Ausschüttungsquoten moderate 30% bis 45%. Xylem ist mit seiner IPO im Oktober 2011 noch recht neu an der Börse, seit dem (7 Jahre) wird die Dividende aber bereits stetig erhöht. Auch was den Gewinn und den Umsatz betrifft, wurde ein schönes Wachstum hingelegt, das laut den aktuellen Geschäftsberichten auch in den nächsten Jahren fortgesetzt werden soll.

Die Dividendenrendite ist heute im historischen Vergleich relativ niedrig, was eventuell für eine leichte Überbewertung aufgrund des Hypes um Nachhaltigkeit sprechen könnte, aber nicht zwingend muss. Für das Unternehmen wird eine gute Zukunft vorausgesagt, was für Erwartungen sorgt, die selbstverständlich bereits im heutigen Preis enthalten sind. Das Wasserproblem sehen mehrere, auch wenn es auf der Welt noch nicht als grundlegendes Problem angesehen wird. Und so ist die Aktie nach dem KGV und der Dividende zufolge nur ganz leicht überbewertet.

Große Vermögensverwaltungsgesellschaften wie Vanguard (über 10%), T. Rowe Price und BlackRock sind die Hauptaktionäre. Zumindest von den institutionellen Anlegern wird also eine bestimmte Relevanz im Bereich Wasserversorgung gesehen.

Auch die Kursgeschichte ist bisher sehr schön. Die Aktie startete mit 20 Euro und befindet sich jetzt, nach einem Rücksetzer bei 65 Euro. Das ist seit dem Start ein Anstieg von 225%. Ich sehe Xylem deshalb eher als Wachstumsaktie mit Dividendengoodie, weshalb sie sich mehr für Dividend-Groth-Investoren als für Dividend-Income-Investoren eignen wird. Oder einfach für solche, die in etwas Nachhaltiges investieren wollen, mit der Chance auf gutes Wachstum.

Die Alternative: American States Water

American States Water (881720) ist zwar nur ein Viertel so groß wie Xylem und deshalb die kleine Alternative bzw. ein weiterer Spieler in der Branche, legt aber auch ein gutes Wachstum hin und bietet mit 1,5% ein ganz kleines bisschen mehr Dividendenrendite. American States Water ist dafür allerdings ein alter Hase im Dividendengeschäft. Bereits seit 64 Jahren wird diese erhöht, weshalb wir hier einen Dividendenaristokrat oder sogar -König vor uns haben. Ein Nachteil ist, dass dieses Unternehmen, soweit ich das gesehen habe, ausschließlich in den USA tätig ist.

Xylem bietet mehr Diversifizierung über die Länder, weshalb ich es selbst bevorzugen würde. Auch für Anleger, die an Wachstumsaktien interessiert sind, dürfte Xylem die besseren Aussichten für höhere Renditen versprechen.

Wasser ist das Elixier des Lebens, es wird immer gebraucht

Wasser ist das Elixier des Lebens, es wird immer gebraucht

Ich, der Dividendenhai

Manch ein Leser wird sich vielleicht fragen, warum ich als Dividendenhai mich in diesem Fall für die Aktie mit der geringeren Dividendenrendite entscheiden würde. Berechtigt. Wir sprechen hier von relativ kleinen Firmen an der Börse. American States Water bringt etwas mehr als 2 Mrd. Euro auf die Waage, Xylem 12 Mrd.

ASW ist streng genommen also gerade so kein Small Cap und XYL gerade so kein Mid Cap mehr. In so einem Fall würde ich mich für den größeren Fisch entscheiden.

Wasser ist, ähnlich wie Hygieneprodukte für den Haushalt, ziemlich krisensicher, weil es immer gebraucht wird. Zuletzt noch ein paar kurze Worte zur Diskussion, ob Wasser denn grundsätzlich nichts kosten darf. Selbstverständlich darf es das, denn es geht hier darum, Technologie bereitzustellen, damit Wasser dort ist, wo es gebraucht wird oder nicht dort ist, wo es nicht gebraucht wird. Daran arbeiten viele Mitarbeiter, die auch ihr Brot bezahlen müssen, und auch das Unternehmen selbst muss Rohstoffe einkaufen, um die Produkte herzustellen. So bekommt natürlich auch Wasser seinen Preis.

Wie immer dienen meine Beiträge der Unterhaltung und nicht als Anlageberatung. Ich bin derzeit nicht in Xylem investiert.