Was geht ab bei den P2P-Krediten – und was ich aktuell mache - Johannes Lortz

Was geht ab bei den P2P-Krediten – und was ich aktuell mache

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P2P-Kredite sind ein schwieriges Thema dieser Tage! Manch ein Unternehmen verspielt das Vertrauen der Anleger und entpuppt sich als Fake #Grupeer, andere lassen an ihrer Liquidität zweifeln und wieder andere reiten sich in anderweitige Verstrickungen.

Insgesamt ist es eine aufgewühlte Zeit für P2P-Investoren und viele sind sich ihres Investments nicht sicher, weshalb einiges Geld abgezogen wird oder zumindest VERSUCHT wird, abzuziehen. Denn bei einigen Anbietern ist der “P2P-Run”, wenn man es so sagen kann, so groß, dass die Auszahlung in Raten stattfinden muss, weil nicht genug Cash auf einmal da ist, was das Vertrauen in die Plattformen weiter schwächt und noch mehr Anleger dazu bringen könnte, Geld abziehen zu wollen und so weiter und so fort.

In der Not werden so einige Kredite auch mit ordentlichen Abschlägen auf den Zweitmarkt geworfen, so wie andere in dieser 2020-Krise ihre Aktien mit “Abschlägen” verschleudern, um überhaupt noch etwas Geld zurückzubekommen. Es ist also einiges los. Doch ist die Panik berechtigt?

Im Moment überwiegen für P2P-Kredite tatsächlich die Risiken. Denn in einer ausgewachsenen Krise, in der überdurchschnittlich viele Menschen ihre Arbeit und ihre Einkünfte verlieren (und wir wissen nicht, wie viele es trifft und wie lange sie arbeitslos sein werden), steigt die Gefahr, dass ein großer Teil der Kreditnehmer seinen Zahlungen nicht mehr fristgerecht nachkommen kann. Es lohnt sich also, umsichtiger vorzugehen und mit weiteren Investments zu warten, bis sich die Lage beruhigt hat, sofern man nicht zu hart spekulieren möchte.

Was geht ab bei den P2P-Krediten – und was ich aktuell mache
Foto: Photo by Nathan Dumlao / Unsplash.com

Natürlich gibt es auch die Anleger, die sich gerade in dieser Zeit die auf dem Zweitmarkt verschleuderten Kredite schnappen und hoffen, dass es sich dabei um ein echtes Schnäppchen gehandelt hat. Doch sind sich diese Investoren meistens auch darüber bewusst, dass sie hier ordentlich Spekulatius genießen. 😉

Ob es sich lohnt, wird die Zukunft zeigen, doch einzelne Kreditnehmer auf P2P-Plattformen können aus unserer Investoren-Perspektive deutlich schlechter bewertet werden als beispielsweise ein Aktienunternehmen, weshalb das Risiko natürlich als höher einzustufen ist.

Was geht ab bei den P2P-Krediten – und was ich aktuell mache

Grundsätzlich sind P2P-Kredite eine Anlageform mit erhöhtem Risiko und genauso wie überall gilt auch hier der Spruch: Rendite kommt von Risiko.

Warum verkaufen Investoren jetzt ihre P2P-Kredite?

Das kann verschiedene Gründe haben. An erster Stelle steht wahrscheinlich die Angst vor der Arbeitslosigkeit der Kreditnehmer, die vielleicht ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können.

Ein anderer Grund könnte sein, dass der Investor selbst in finanzielle Schieflage geraten ist und Cash zum Leben braucht.

Viel häufiger kommt aber wahrscheinlich vor, dass Investoren die Chancen am gebeutelten Aktienmarkt als deutlich höher einschätzen und deshalb von P2P-Krediten in Aktien oder ETFs umschichten wollen.

Was wird diskutiert?

Mintos hat offenbar vor Kurzem strategisch unklug mit dem Darlehensanbahner Varks eine Werbeaktion und ein neues Tool auf der Seite gestartet, obwohl sich Varks in einem Gerichtsverfahren befindet. Mehr Infos dazu gibt es in diesem Video von re:think P2P-Kredite:

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Offenbar gehören manche Darlehensanbahner genau derselben Person, hinter der auch Mintos steckt.

Außerdem hat Aleks von Northern Finance seine Investments bei Grupeer gestoppt, da sich die Geschäftsleitung wohl immer mehr in Widersprüche verstrickt hat. Grupeer hat sich noch vor Kurzem bester Beliebtheit in der Finanzcommunity erfreut. Das Ganze hat sich inzwischen so weit entwickelt, dass man bei Grupeer von einem Betrug ausgeht. Mehr Infos dazu gibt es in diesem Video:

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Mein Favorit Bondora kommt bisher relativ gut weg. Eine Kritik hier ist zum Beispiel, dass im Go & Grow Portfolio viele hochristkante Kredite vorhanden sind. Das liegt meiner Information daran, dass die Kredite in Finnland zunächst komplett in die F-Kategorie einsortiert wurden, da man in diesem Land noch keine Erfahrungswerte hatte. Bedeutet, dass Menschen mit niedrigerem Risiko mehr Zinsen zahlen, um die mit mehr Risiko zu finanzieren. Es sollen also nicht alle finnischen Menschen tatsächlich ein so hohes Risiko haben.

Grundsätzlich können Auszahlungen gerade aufgrund von Liquidierungsengpässen länger dauern oder in Teilen ausgeführt werden.

Zurzeit bemerkt man vielleicht etwas aggressivere Werbeaktionen der Anbieter. Das liegt daran, dass Kredite in der Krise natürlich auch nachgefragt werden, vielleicht sogar noch stärker, auf der anderen Seite die Investoren ihr Geld gerade aber abziehen. Da ist es verständlich, dass die Plattformen das Gleichgewicht wahren wollen und schauen müssen, dass auf der Investorenseite etwas passiert.

Was mache ich aktuell?

Im Moment halte ich noch die Füße still und habe keine größeren Maßnahmen am laufen. Da mein P2P-Anteil sowieso sehr hoch ist und in dieser Krise durch die fallenden Aktienmärkte noch viel mehr, bin ich seit Langem dabei, meinen P2P-Anteil sachte durch deutlich mehr Aktien und ETF-Käufe zu reduzieren.

Was geht ab bei den P2P-Krediten – und was ich aktuell mache

Bei Mintos läuft der Autoinvest derzeit noch weiter, wenn auch mit höheren Mindestzinsen (12 %), bei Bondora wird das zurückgezahlte Geld der klassischen einzelnen P2P-Kredite (nicht Go & Grow) in Aktien umgeschichtet. Estateguru und Reinvest24 sind kleine Positionen, bei denen ich aktuell noch nicht weiter investiere. Wahrscheinlich später, um die Diversifizierung unter meinen P2P-Plattformen besser aufzufächern. Insgesamt tätige ich bisher keine Verkäufe auf dem Zweitmarkt.

Grundsätzlich hat mein Abbau aber nichts mit der aktuellen Situation zu tun, sondern nur damit, dass die Portfolio-Verteilung zu meiner Anfangszeit des Investierens deutlich zu Gunsten der P2P-Kredite ausgefallen ist. Trotzdem sind sie nach wie vor eine interessante Beimischung im Portfolio.


Das Investieren in Finanzinstrumente ist immer mit erhöhtem Risiko verbunden. Investiere deshalb nie, was du nicht bereit bist, zu verlieren.

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