Öl-Konzerne im Aufschwung - Chevron, Exxon Mobil und Shell jetzt kaufen?

Besonders durch die steigenden Ölpreise besteht Grund zur Freude bei den Öl-Giganten.

Exxon-Mobil, Chevron und Shell konnten 2017 wieder deutlich ihre Gewinne steigern. Letztes Jahr hatten wir noch Preise um die 30 Dollar jetzt schon abhängig von der Sorte zwischen 50 und 60 Dollar pro Barrel.

Eine große Rolle spielt dabei, dass sich die wichtigsten Ölstaaten auf eine Beschränkung der Fördermenge einigen konnten, die Frage ist nur, wie lange das anhält.

Heute werde ich mir mit euch Chevron, Exxon und Shell näher anschauen und Gründe für und gegen einen Kauf diskutieren.

Insgesamt tut sich gerade Interessantes bei den Ölmultis. Shell zum Beispiel plant bis zu einer Milliarde Dollar jährlich in neue Elektro-Hybrid-Energiesysteme zu investieren, um den Energieverbrauch für die Verbraucher zu senken. Der Chef von Shell sagt, sein nächstes Auto werde ein Elektroauto sein und seine Finanzchefin fährt jetzt schon ein reines Elektroauto.

Diese Investition ist bestimmt nicht verkehrt, denn Großbritannien hat Ende Juli 2017 schon verkündet, dass sie bis 2040 Diesel undBenzinfahrzeuge verbieten wollen.

Fakt ist, alle drei Konzerne gibt es schon seit mehr als 100 Jahren und alle drei sind gute bis sehr gute Dividendentitel.

Exxon und Chevron zahlen ca. 3,7 %, Shell ca. 6,4 %. Und in nächster Zukunft könnten die Geschäfte besser aussehen als in den vergangenen Jahren.

Schauen wir uns an, was die Analysten sagen stellen wir fest, dass Chevron eher zum Kauf empfohlen wird, Exxon eher zum Halten und Shell ist sozusagen gerade ein Must-have, dunkelgrün eingefärbt und benotet mit einer 1,6.

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Wie man diese positive Haltung der Analysten für sich bewertet, muss man selbst entscheiden. Es gibt auch die Meinung, dass, gerade wenn Analysten eine Aktie empfehlen, man die Finger davon lassen sollte. Bei der Levermann-Strategie ist es so zum Beispiel so, dass eine gute Aktienbewertung negativ bewertet wird.

Auf fundamentaler Ebene reiben sich gerade alle drei Konzerne gerade mal den Sand aus den Augen, viel ist da nicht los.

 

Chevron

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Chevron erwartet dieses Jahr ein KGV von 30, wobei es in den letzten Jahren starken Schwankungen unterlag. Das Gewinnwachstum von 270 % ist zwar beeindruckend und wird sich wahrscheinlich auf die Rentabilitätskennzahlen dieses Jahres auswirken, die aber noch nicht draußen sind.

Die von 2016 sind ernüchternd. Kapitalrenditen von knapp unter null und eine EBIT-Marge von knapp -2. Große Reserven konnten wahrlich keine angespart werden, aber vielleicht brauchen sie diese gar nicht? Denn Chevron hält eine Eigenkapitalquote von 56 %. Übliche gute Größen sind 20 - 30 %. 56 % ist sehr gut, das heißt, das Unternehmen hat vergleichsweise wenig Schulden und viel Eigenkapital, was wahrscheinlich auch zu einem großen Teil in der ganzen Technik gebunden ist, die Chevron unterhält und mehr oder weniger flexibel liquidiert werden kann.

 

Exxon

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Exxons KGV für 2017 wird auf knapp 24 geschätzt, schwankt aber auch stark. Wir haben ein Gewinnwachstum von ca. 45 % im Vergleich zu satten Minusjahren davor. Die EBIT-Marge und die zwei Kapitalrenditen mit Werten zwischen 2 und 4 % sind zwar besser als bei Chevron, aber zeugen immer noch von harten Geschäftsjahren. Exxon hat auch eine hohe Eigenkapitalquote von 53 %.

 

Shell

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Bei Shell sieht es ähnlich aus. Ein KGV von 17, allerdings ging das Gewinnwachstum hier schon 2016 los mit +87 %, 2017 wurde noch einmal nachgelegt mit +79 %. Über die EBIT-Marge und die Kapitalrenditen brauchen wir nicht zu sprechen. Die Eigenkapitalquote liegt hier bei 46 %.

Vom Preis her ist die Chevronaktie mit ihrem KGV von 30 zurzeit die teuerste von den dreien und gleichzeitig diejenige, die mit den wichtigsten fundamentalen Kennzahlen am wenigsten liefert, denn sie liegen im Minus.

Exxon belegt Platz 2 und Shell ist die günstigste Aktie in dieser Runde. Noch ein Wort zum Kursverlauf: Alle drei steigen sie seit Anfang September.

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Zusammenfassend halten wir fest: Die Branche erlebt gerade einen Aufschwung, vor allem wegen steigender Ölpreise. Analysten raten zum Kauf, denn weiteres Gewinnwachstum wird für nächstes Jahr erwartet. In nicht allzu ferner Zukunft wird die Ölbranche aber noch stark an der Elektrifizierung zu knabbern haben. Shell plant das schon ein, indem sie sich jetzt schon einen zusätzlichen Geschäftszweig für jene elektrische Zukunft aufbauen wollen.

Ziemlich schlechte fundamentale Kennzahlen sprechen deutlich gegen einen Kauf. Für sie ist die aktuelle Entwicklung zu kurzfristig und zu neu. Auf der anderen Seite handelt es sich um sehr alte Unternehmen mit Marktkapitalisierungen zwischen 200 und 350 Milliarden Euro, die gefühlt seit Urzeiten regelmäßig gute Dividenden zahlen und diese auch steigern.

Die Anregung ist geliefert. Sind die genannten Aktien für Dich eine Option? Beteilige Dich gerne an der Diskussion, vor allem auf YouTube. Zum Video geht es hier lang.