Meine wichtigsten Aktienkennzahlen

Dieser Beitrag ist eine Kooperation mit Northern Finance und etwas für alle, die überlegen, Einzelaktien zu kaufen, denn es geht um Aktienkennzahlen und um solche, auf die zumindest ich bei der Aktienauswahl besonders achte. Dies ist meine subjektive Auswahl, und natürlich gibt es noch viele andere interessante Kennzahlen, die hier vielleicht keinen Platz gefunden haben.

 

Was sind Aktienkennzahlen?

Was sind Aktienkennzahlen? Mit Aktienkennzahlen versucht man, den Wert eines Unternehmens für sich selbst besser zu bestimmen. Es gibt Zahlen, die Beschreiben das Unternehmen objektiver, und andere subjektivere, die man auf verschiedene Weise interpretieren kann. Und trotz der vielen verschiedenen Zahlen, die man bekommen kann, bewertet jeder das Unternehmen wieder etwas anders.

Und auch, wenn man zu einem Schluss gekommen ist, muss man nicht für alle Ewigkeit dabei bleiben. Auch Analysten sind sich selten einig. Es gibt nicht den einen heiligen Gral, mit dem sich alles perfekt analysieren und bewerten lässt, aber vielleicht findest du hier ja die ein oder andere Kennzahl oder das ein oder andere Merkmal, das auch für dich Sinn macht.

 

1. Blue Chips

Es ist zwar keine Kennzahl, aber für mich ist in letzter Zeit wichtig geworden, dass das Unternehmen zu den größten der Welt gehört, zu den sogenannten Blue Chips. Die sind wie die größten Kreuzfahrtschiffe: Sie sind schwer aus der Bahn zu bringen und fahren einfach weiter, wenn sie erst mal auf Kurs sind. Sie sind zwar bei Weitem nicht so wendig wie ein kleines Sportboot, aber sie haben in ihrer Branche ihren festen Platz und schützen sich durch ihre Burggräben in Form von Marken und Patenten, Lobbyarbeit und einem Haufen Geld vor der Konkurrenz.

Neue Aktien, die ich kaufe, sind eigentlich nur noch Blue Chips. AT&T und Coca-Cola sind solche neuen Beispiele in meinem Portfolio.

 

2. Dividende

Jeder, der mich kennt, weiß, ich liebe Dividenden. Dividenden sind praktisch, die kommen einfach so aufs Konto und man muss dafür nichts weiter tun als investiert zu sein. Ich brauche auf kein extremes Wachstum zu hoffen, oder darauf, dass der Kurs schön steigt, sondern nur auf moderates Gewinnwachstum, denn ich werde am Gewinn beteiligt. Optimal ist es, wenn das Unternehmen die Dividende aus den Gewinnen bezahlen kann und dafür nicht an die Substanz gehen muss.

Zahlt ein Unternehmen keine Dividende, werde ich die Aktie wahrscheinlich nicht kaufen. Zusätzlich sollte die Dividendenrendite mindestens um die 3 Prozent betragen, für weniger investiere ich mein Geld ungern, es soll ja irgendwas halbwegs Messbares dabei rumkommen.

Ein Unternehmen, wenn auch nur zu winzigen Teilen zu kaufen, kostet ja trotzdem Geld, für das ich gearbeitet habe. Deswegen will ich auch etwas zurückhaben, das ist normal.



3. Buchwert je Aktie

Als Nächstes schaue ich mir den Buchwert bzw. den Buchwert je Aktie an. Mit dem Buchwert versucht man, sich dem Eigenkapital bzw. der Substanz des Unternehmens zu nähern. Man schaut sich an, was alle Vermögenswerte des Unternehmens zu aktuellen Marktpreisen wert sind und zieht die Schulden ab.

Wenn man den Buchwert durch die Anzahl der Aktien teilt, hat man den Buchwert je Aktie. Und wenn die Aktie zu einem extrem höheren Preis gehandelt wird als der Buchwert je Aktie, nehme ich eher Abstand.

Tricky ist am Buchwert, dass man den Wert von Patenten oder Markennamen schlecht bis gar nicht bestimmen kann. Diese sind in dieser Rechnung oft unterbewertet, wobei das Unternehmen als Ganzes dadurch meistens mehr wert ist als seine materiellen Einzelteile. Und das ist auch gut so, aber manchmal nimmt das Überhand.

Unter anderem deshalb bin ich auch nicht (um jetzt ein sehr prominentes Beispiel zu nennen) in Amazon investiert, obwohl der Kurs immer weiter steigt und steigt. Wenn man sich diese Aktie anschaut, dann liegen diese beiden Zahlen um Welten auseinander. Der Buchwert je Aktie ist bei ca. 50 Dollar und die Aktie wird gerade (Juli 2018) zu ca. 1900 USD gehandelt. Zudem steigt sie noch exponentiell an, wenn man sich den 3-, 5- oder 10-Jahres-Chart anschaut. So etwas kann ich schlecht einschätzen, aber für mich sieht es so aus, als wäre irgendwo auf dem Weg der Bezug zur Realität verloren gegangen.

Mir sagt eher so etwas zu wie Shell, der Kurs ist gerade bei 30 Euro, der Buchwert je Aktie bei 20. Da habe ich eher das Gefühl, dass ich in eine geerdete Aktie investiere.

 

4. Rentabilität

Um zu überprüfen, wie rentabel die AG ist, werfe ich einen Blick auf die Eigenkapitalrendite (auch "Return on Equity"), die den Lohn des Unternehmers auf sein investiertes Kapital beschreibt, und auf die Gesamtkapitalrendite (auch "Return on Assets" und "Return on Invested Capital"). Sind die in den Zehnern oder darüber, bin ich bereits zufrieden, und wenn die Eigenkapitalquote dazu noch in den Zwanzigern ist, bin ich sehr glücklich.

 

5. KGV

Gegen Ende schaue ich mir auch das KGV an, es hat jedoch keine so hohe Priorität für mich. Am KGV, dem Kurs-Gewinn-Verhältnis, kann man sehen, wie teuer die Aktie im Vergleich ist. Ich freue mich natürlich, je niedriger es ist, aber gerade bei dieser Kennzahl hängt es für mich auch davon ab, wie sie sich über die Zeit entwickelt bzw., dass die vorherigen Jahre auch auf ähnlichem Niveau rangierten. Generell scanne ich auch bei anderen Kennzahlen gerne die vorherigen Jahre ab.

 

6. Kursanstieg?

Die Entscheidung, ob eine Aktie gekauft wird, ist vorher schon getroffen. Der Chart hat nur noch Einfluss darauf, wann ich kaufe. Ich überprüfe, ob die Aktie erst vor Kurzem einen starken Anstieg verzeichnet hat und wenn ja, warte ich auf eine Korrektur, denn ich will nicht unbedingt am höchsten Punkt einsteigen.

Bei Sparplänen fällt der Punkt natürlich weg, in diesem Fall wird immer zu einem bestimmten Termin gekauft, unabhängig davon, ob der Kurs gerade gefallen oder gestiegen ist.

Das sind die Eigenschaften und Kennzahlen, die ich mir hauptsächlich anschaue und dann insgesamt entscheide, ob ich die Aktie kaufe oder nicht. Es muss nicht alles zu 100 Prozent stimmen, aber das Gesamtpaket und die Idee dahinter sollte es schon.

 

Northern Finance

Northern Finance ist ein Finanzblog, der sich vor allem mit dem Investieren in P2P-Kredite beschäftigt. Wenn du wissen möchtest, welche Kennzahlen für P2P-Investments wichtig sind, schaue dir dieses Video an! Hier bekommst du die fünf wichtigsten Kennzahlen für deinen größtmöglichen Anlageerfolg aufgeschlüsselt, darunter bekommst du auch eine Excel-Formel, mit der du deine P2P-Erfolge mit denen deiner Aktien vergleichen kannst.

 


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