Altria wieder gefallen - was tun?

Altria ist in diesem Monat in zwei Schüben um 11,6 % gefallen. Von 51 auf 45 Euro bzw. 13 % von 57 auf 50 US-Dollar gefallen. Inzwischen sind wir wieder bei knapp 53 Dollar angekommen. Mein eigener durchschnittlicher Kaufpreis liegt bei 56,30 Dollar, das heißt, ich freue mich grundsätzlich über günstigere Einstiegskurse, um günstig Dividenden zu bekommen. Nun kann man darüber diskutieren, wie es Altria insgesamt geht und ob die Dividende vielleicht unsicherer geworden ist.

Altria hat die Erwartungen des Marktes verfehlt, müsste man knallhart urteilen. Nur, ob man selbst die Erwartungen des Marktes teilt, bleibt jedem selbst überlassen. Es ist in der Tat im Moment ein schwieriges Umfeld für Altria. Die Leute rauchen weniger, das Umsatzwachstum ist hauptsächlich auf Preissteigerungen zurückzuführen und die Politik mag solche Sünden-Unternehmen auch nicht besonders und fährt Kampagnen dagegen. Komischerweise trotz der hohen Steuereinnahmen, die dann wieder verschleudert werden könnten.

Meine Meinung ist die Folgende: Die Tabakkonzerne haben sich schon früher behauptet. Rauchen ist nicht nur Sucht, sondern zu einem großen Teil auch Genuss, auf den die Menschen langfristig nicht verzichten wollen. Des Weiteren ist es nicht so, als würde Altria schlafen und zusehen, wie die Industrie den Bach runter geht, sondern es wird sich für die Zukunft gerüstet und das Produktangebot erweitert. Wein, Cannabis und E-Zigaretten finden sich neu im Sortiment von Altria. Und im Vergleich zu vor 5 Jahren wurde an der Abzahlung von Schulden gearbeitet.

Die teuersten Investitionen, die Altria getätigt hat, waren die hohen Beteiligungen am Cannabis-Hersteller Cronos und dem E-Zigaretten-Hersteller Juul. Diese belasten zwar die Zahlen, nichtsdestotrotz sind es wichtige Investitionen in die Zukunft. Und in einer Zeit, in der Investitionen nötig sind, ist es vielleicht nicht immer möglich, wie ein Amazon trotzdem immer neue Umsatzrekorde zu erreichen.

So stagnierte der Umsatz in den letzten zwei Jahren, man kann jedoch anhand von fundamentalen Daten nicht behaupten, dass Altria schlecht wirtschaftet. Altria zeichnet aus, ein hervorragender Dividendentitel zu sein. So steigt diese seit nun knapp 50 Jahren stetig an, in den letzten 10 Jahren mit knapp 10 Prozent pro Jahr. Auf 10 Jahre gerechnet steigt auch der Umsatz durchschnittlich 4,6 Prozent pro Jahr.

Frage: Warum schüttet Altria so viel an Aktionäre aus?

Das Tabakgeschäft ist ziemlich lukrativ. Sehr viel Geld ist im Spiel. YouTuber und Blogger PPCIan kommt deshalb zu dem Schluss, dass es so sein muss, dass sich Altria zu vor viel Cash schützen will, um wenigstens etwas weniger attraktiv für steuerhungrige Regierungen zu sein. Die Folge sei, dass das Geld lieber wieder unter die Leute gebracht wird, in Form einer hohen Dividende. Eine interessante Theorie! Hier das Video dazu:

Mein Fazit

Die Politik mischt die Kurse kräftig auf, die Industrie verändert sich, manche verlieren das Vertrauen und wieder andere nutzen günstige Kurse für Nachkäufe. Ich glaube nicht, dass die Tabakindustrie stirbt, sondern sich lediglich verändert, und dass die Premium-Produkte von Altria weiterhin Anklang in der Bevölkerung finden.

Trotz der Chancen würde ich nie empfehlen, alles auf ein Pferd zu setzen, sondern immer gut überlegt vorzugehen und das Portfolio nicht mit einer Aktie überzugewichten. Natürlich ist dieser Artikel nicht als Anlageberatung zu verstehen.