5 deutsche Dividenden-Aktien mit hoher Ausschüttung (Teil 1)

In diesem Blogpost stelle ich fünf deutsche Dividenden-Aktien mit hoher Dividende vor. Der Fokus liegt dabei vor allem auf der hohen Dividende, obwohl ich trotzdem darauf geachtet habe, dass es sich bei allen vorgestellten Unternehmen um solide Werte handelt, die nicht noch ein letztes Mal vor dem Bankrott mit einer hohen Ausschüttung um ein paar Groschen betteln. Trotzdem sind auch die mit Risiken verbunden!

Bei deutschen Aktien sollte man nur beachten, dass normalerweise nur einmal jährlich ausgeschüttet wird, weshalb es für den Anleger erst spät möglich ist, auf die Änderungen der Dividendenpolitik des Unternehmens zu reagieren. Und wenn das Unternehmen etwas an seiner Dividendenpolitik ändern sollte, dann wahrscheinlich eher kurz vor der Ausschüttung, damit das Kapital maximal lange im Unternehmen gehalten wird. Als langfristiger Dividendeninvestor ist es dann unschön, zum Beispiel von einer Dividendenkürzung überrascht zu werden, das Risiko dafür ist aber präsenter als zum Beispiel bei amerikanischen Aktien, wo vierteljährlich ausgeschüttet wird.

Wie immer handelt es sich um keine Kaufempfehlung! Gerade bei den heute vorgestellten Unternehmen handelt es in einigen Fällen (besonders bei den Autobauern und Zulieferern) um solche, denen es im Moment wirklich, aufgrund von globalen wirtschaftlichen Veränderungen und politischen Regulierungen nicht so gut geht und deren Kurs deshalb seit längerem gefallen ist. Um dort zu investieren, braucht es einen langfristigen Anlagehorizont und den Glauben, dass sich die Branche erholt.

1 . Freenet (WKN: A0Z2ZZ)

Dividendenrendite: 8,3 %, Steigerung seit 8 Jahren.
Quelle: Aktienfinder.Net

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Quelle: Google.de

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Früher hatte ich mal eine E-Mail-Adresse bei Freenet, doch inzwischen scheint es dort viel mehr zu geben, denn Freenet ist inzwischen ein großes Telekommunikationsunternehmen mit Mobilfunkverträgen und Videoplattform geworden. Man findet den Konzern heute im MDAX und TecDAX. In den Nachrichten steht man den Anteilen von Freenet an der Schweizer Sunrise Communications AG skeptisch gegenüber, den Finanzen hat es aber bisher auch nicht geschadet.

Neue Quartalszahlen gibt es am 8. November 2018 (heute). Das KGV beträgt 11, die Gewinn- und Umsatzaussichten sind laut Aktienfinder.net nicht berauschend,  Godmodetrader vermutet aber anhand von Charttechnik, dass es wieder etwas bergauf gehen könnte.

2 . Daimler (WKN: 710000) 

Dividendenrendite: 6,94 %, Steigerung seit 0 Jahren (aufeinanderfolgend).
Quelle: Aktienfinder.Net

Quelle: Aktienfinder.Net

Quelle: Google.de

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Bei dem DAX-Unternehmen Daimler wird die Dividende zwar gut gesteigert (der jährliche Zuwachs der Dividende auf 10 Jahre beträgt 6,36 %), aber nicht jedes Jahr. Seit dem Hoch (nicht Allzeithoch) im März 2015 ging es mit dem Aktienkurs von 91 EUR runter auf heute 51 EUR. In der Autobranche macht den Autobauern die Umstellung auf Elektrofahrzeuge zu schaffen, außerdem kommen noch der Handelsstreit und die Abgasaffäre hinzu. In Daimler sollte man nicht investieren, wenn man glaubt, dass wir Deutschen es mit Autos verkackt haben und die Kultmarke um den Autoerfinder Carl Benz verloren gehen kann.

Freier und operativer Cashlow sind negativ, das heißt, die Ausgaben sind insgesamt höher als die Einnahmen, Mitte Oktober wurde eine Gewinnwarnung rausgegeben und Daimler ist hoch verschuldet. Die Wirtschaftswoche vermutet, dass sich Daimler zwischen 45 und 50 EUR stabilisieren könnte. Das KGV ist bei 6,6, die Eigenkapitalquote bei 25 %, die Renditen 4 und 16 %.

3. ElringKlinger (WKN: 785602)

Dividendenrendite: 6,44 %, Steigerung seit 0 Jahren (aufeinanderfolgend).
Quelle: Aktienfinder.Net

Quelle: Aktienfinder.Net

Quelle: Google.de

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ElringKlinger ist ein Automobilzulieferer und hat gerade damit zu kämpfen, dass sie noch Autoteile herstellen, die zukünftige Elektro- und oder Wasserstoffautos nicht mehr brauchen, wo der Trend aber immer mehr hingeht. Finanzchef Thomas Jessulat sagte in einem Bloomberg-Interview, dass die Lage in diesem Jahr noch schwierig bleibt, dass sie sich aber den zukunftsweisenden Technologien zuwenden wollen. Was den Aktienkurs angeht, ist  ElringKlinger heute auf dem Niveau der Finanzkrise 2008 und der Gewinn pro Aktie sinkt.

Das ist alles nicht so schön, bei dieser Aktie muss man an die Zukunft der deutschen Autoindustrie glauben und, dass der Zug für uns noch nicht abgefahren ist. Immerhin besteht ein großer Teil der deutschen Wirtschaft aus Autos und wir haben diesbezüglich großen Einfluss auf der Welt, das bedeutet aber nicht, dass sich nicht jemand anderes die Vorherrschaft unter den Nagel reißen kann. Die Chinesen sind beispielsweise sehr engagiert bei der Sache, immer bessere Elektroautos zu bauen.

Trotzdem legt ElringKlinger solide Zahlen vor, das KGV aktuell knapp 8, die Eigenkapitalquote zuletzt 46 %, die Verschuldung 118 %, die Renditen 3 und 8 %. Die Dividenden schwanken etwas, wie man hier sieht, wurde sie erst 2017 um 5 Cent gesenkt und es ist deshalb nicht unwahrscheinlich, dass es vor einem neuen Anstieg erst mal weiter runter geht. Aber nicht vergessen, die Dividendenrendite ist mit 6,44 % aktuell auch sehr hoch.

4. BMW (WKN: 519000)

Dividendenrendite: 5,2 %, Steigerung seit 8 Jahren.
Quelle: Aktienfinder.Net

Quelle: Aktienfinder.Net

Quelle: Google.de

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BMW, auch im DAX. Im März 2015: 116 EUR, heute 77 EUR. BMW tut viel, um den Autobau zu revolutionieren und hat Deutschlands erfolgreichstes E-Auto, den i3, mit 20.000 Neuzulassungen weltweit. Das ist im Vergleich zu anderen Autobauern auf der Welt nicht wirklich viel, schreibt der Aktionär. Tesla hatte 60.000 Model 3 Neuzulassungen. Das hört sich aber so an, als wären noch einige Millionen Verkäufe auf der Welt möglich, bis der Markt gesättigt ist, denn auf der Welt gibt es aktuell mehr als 1,27 Milliarden Autos.

Auch hier hatten wir eine Gewinnwarnung, bereits im September. Der operative Cashflow ist positiv, der freie Cashflow noch etwas im Minus, insgesamt sieht es aber schöner aus als bei Daimler. Das KGV bei 7, die Eigenkapitalquote 28 %, die Renditen 4,6 und 15,6 %. BMW steigert die Dividende seit 8 Jahren und es ergibt sich ein jährlicher Zuwachs auf 10 Jahre von 14,59 %.

5. Bet-At-Home (WKN: A0DNAY)

Dividendenrendite: 4,97 %, Steigerung seit 5 Jahren.
Quelle: Aktienfinder.Net

Quelle: Aktienfinder.Net

Quelle: Google.de

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Bet-At-Home schwimmt gerade im Geld, es ist aber ein sehr zyklisches Geschäft, und 2019 wird ein Jahr ohne Fußball EM oder WM, was vielleicht auch erklärt, warum der Kurs trotzdem so absackt, denn für viele ist kein sportliches Großereignis in greifbarer Nähe, was außerordentliche Gewinne versprechen könnte.

Der Unternehmenschef Michael Quatember sagte aber in einem Video von der Aktionär, dass es noch viele Wachstumschancen in Kontinentaleuropa gibt, dass der Sportwettenmarkt in Europa um die 7 % wächst und, dass sie auch planen, die Dividende weiterhin jährlich anzuheben.

Aus dem Gespräch meine ich auch herausgelesen zu haben, dass weitere wichtige Faktoren für den Abfall regulatorische und rechtliche bzw. gesetzliche Gründe sind. Es gab Meldungen darüber, dass dem Staat das Glücksspielmonopol entgleitet, wogegen er (der Staat) bestimmt steuern will. Von daher ist Glücksspiel ein schwieriges und risikoreiches Pflaster, für das man gemacht sein muss. Und man muss sich bewusst sein, dass man den Staat als Konkurrenten hat.

KGV um die 12, wenig Verschuldung, Eigenkapitalquote 71! %, Eigenkapitalrendite 36 %, Gesamtkapitalrendite 26 % in 2017.